Finanzielle Grundlagen für Anfänger (Teil 1)

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

heute soll es mal um die Grundlagen gehen. Welche Dinge sollte man unbedingt haben, wie spart man richtig, Einnahmen vs Ausgaben und was sind Vermögenswerte? Dies und vieles mehr möchte ich heute mal genauer erläutern.

Starten wir mal mit den zwingend erforderlichen Dingen!

Grundsatz 1:

Eine Rücklage mit 2-3 Nettogehältern jederzeit verfügbar! Solltest du Dies nicht haben, fang sofort an zu sparen! Jederzeit kann beispielsweise die Waschmaschine kaputt gehen oder ähnliches. Hierfür sollten Sie nicht auf Kredite angewiesen sein! Kleinstkredite haben meist viel zu hohe Zinsen. Sollte z.B. Mediamarkt eine 0% Finanzierung anbieten, ist es jedoch in Ordnung diese anzunehmen, wenn Sie keinen Nachteil haben.

Man sollte sich immer die Frage nach den Opportunitätskosten stellen! Kann ich das Geld anderweitig besser nutzen? Unternehmen zahlen ihre Rechnungen grundsätzlich immer so spät wie möglich, wenn Sie keinen Vorteil bei einer früheren Bezahlung haben. Denn Unternehmen können das Geld für sich nutzen. Und das können Sie auch für sich adoptieren!

Folgendes Beispiel zum verdeutlichen:

Alternative 1. Mediamarkt direkt bezahlen mit 1200 Euro = erledigt

Alternative 2. Ratenzahlung über 12 Monate mit 0% Zinsen

Bei Alternative 2 zahlen Sie also jeden Monat 100 Euro. Als Möglichkeit der Geldanlage steht ihnen mindestens ein Tagesgeldkonto zur Verfügung mit 0,5% p.a. Zinsen.

Also monatlich ca. 0,04%

Zahlungsplan:

100 Euro für 11 Monate angelegt = 0,44 Euro

100 Euro für 10 Monate angelegt = 0,4 Euro etc.

= 2,64 Euro Zinsen und somit Ersparnis.

Zugegeben das ist nicht viel, aber es geht hier auch nur um die Verdeutlichung des Prinzips. Wenn Sie erstmal wissen wie man sein Geld für sich arbeiten lässt und was man alles für Möglichkeiten hat sein Geld zu investieren, dann sind Rendite bei >5% locker möglich. Das ergibt immerhin eine Ersparnis von über 20 Euro.

Grundsatz 2 lautet also: Immer die Opportunitätskosten berücksichtigen!

Eine weiteres für mich wichtiges Thema ist die Investitionsrechnung.

Grundsatz 3: Die in der Vergangenheit in ein Projekt investierten Kosten sollten bei zukünftigen Investitionen keine Rolle mehr spielen.

Wichtig: Falls Kosten anfallen das Projekt einzustellen, muss man Diese aber berücksichtigen!

Dazu ein Beispiel:

Sie haben wochenlang an der Erstellung einer Webseite gearbeitet und finden schlussendlich raus, dass es bei ihrem Anbieter keine Möglichkeit gibt E-Mail-Adressen zu speichern. Sie wissen jedoch, dass es in der heutigen Zeit unglaublich wichtig ist, möglichst viele E-Mail-Adressen von potentiellen Kunden zu haben und für ihre Art von online Unternehmen essentiell. Außerdem haben Sie schon 60 Euro jährliche Hosting-Gebühr bezahlt.

Also was tun Sie?

Option A: Sie nutzen einfach diese Webseite und versuchen über andere

Option B: Sie betrachten ihre investiere Zeit und ihr investiertes Geld in ihre erste Webseite als Lehrgeld und können nun bei einer anderen Plattform ihre Webseite schneller aufbauen. Diesmal wissen Sie, worauf es ankommt und Sie wählen einen entsprechenden Anbieter, der es auch erlaubt E-Mail-Adressen einzusammeln oder sogar automatisch Mails zu verschicken.

Sie müssen sich im klaren sein, wo Ihnen ihr Geld Ihnen am meisten nützt und alle zukünftigen Investitionen vom Stand jetzt betrachten.

Stand jetzt:

Ist es sinnvoller eine Webseite für 0 Euro zu betreiben, die jedoch nicht alle notwendigen Features mitbringt, um mein online Business erfolgreich zu gestalten?(0 Euro, weil Stand jetzt haben Sie die 60 Euro ja schon bezahlt für die erste Webseite und diese Kosten sollen Sie ja bei zukünftigen Investitionen ignorieren.)

Oder bin ich bereit 60 Euro in eine neue Webseite zu investieren, die alle Voraussetzungen erfüllt mein online Business bestmöglich zu unterstützen?

Viele Menschen neigen dazu nun Option A weiter zu machen, weil Sie schon so viel Zeit, Mühe und Geld reingesteckt haben. Das ist falsch! Option B ist in diesem Fall wesentlich besser. Ich hoffe das ist Ihnen klar geworden.

Viele Prinzipien von Unternehmen kann man sehr gut für sich selber und seine Investitionen nutzen. Es lohnt sich, sein eigenes Leben und seine Finanzen mal aus Unternehmersicht zu betrachten. Was muss man tun, um den größten Unternehmenserfolg zu bewerkstelligen?

Grundsatz 4: Trennung zwischen Verbindlichkeiten und Vermögenswerten.

Viele Menschen kennen nicht den Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Vermögenswerten. Ein fataler Fehler! Vermögenswerte bringen Ihnen Geld(monatlich oder jährlich) und Verbindlichkeiten verursachen Kosten(monatlich oder jährlich).

Bei allem was Sie sich nun an anschaffen sollten Sie sich die Fragen stellen:

Bringt es mir Geld ein oder verursacht es Kosten? Wie hoch ist der Wertverlust und wie hoch die Instandhaltung? 

Beispiel für Vermögenswerte:

  • Immobilien, die man vermietet
  • Aktien
  • das eigene Unternehmen
  • Anleihen
  • Investmentfonds

Beispiele für Verbindlichkeiten:

  • das eigene Haus
  • Autos
  • teure Kleidung
  • Schmuck
  • Einrichtungsgegenstände

Als kleine Grundregel: Kaufen Sie sich nur etwas, was sie es sich mindestens 2-mal, besser sogar 3-mal leisten können, ohne dass es Ihnen finanziell weh tut. Und überlegen Sie sich vorher was Ihnen die jeweilige Anschaffung tatsächlich wert ist. Wenn Sie ein Kleid kaufen möchten und bereit sind 50 Euro auszugeben, dann geben Sie auch nur 50 Euro aus. Wenn das neue tolle Kleid im Schaufenster 60 Euro kostet – Finger weg!!!

Die Instandhaltungskosten nicht zu betrachten, ist ein Fehler, der leider zu häufig passiert. Vor allem beim Thema Auto. Bitte bedenken Sie auch die Kostenpunkte Benzin, Reperaturen, Tüv etc. wenn Sie kalkulieren, ob Sie sich das Auto leisten können.

Ein neues Auto ist die pure Geldvernichtung. Allein wenn Sie es aus dem Autohaus fahren, ist es nur noch knapp 50% des Kaufpreises wert. Ich empfehle stets gebrauchte Autos, am besten vom Händler zu kaufen, wenn Sie überhaupt ein Auto brauchen.

Ich empfehle Ihnen folgendes:

Schreiben Sie sich mal alle ihre Einnahmen und Ausgaben auf ein Blatt. Am besten entweder alles auf den Monat oder aufs Jahr gerechnet. Das bedeutet auch Autoversicherungen oder ungefähre Kosten fürs Essen. Auf Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld. Und auch die Kosten für den Urlaub selber natürlich.

Wie viel Geld bleibt übrig? Oder wie viel sollte übrig bleiben und wie viel ist tatsächlich übrig geblieben?

Nun überlegen Sie sich, wo man Geld einsparen könnte. Was ist unnötig? Wofür habe ich zu viel ausgegeben?

Nun setzen Sie sich ein Ziel, was Sie sparen/investieren möchten. Ich empfehle mindestens 10% des Nettogehalts. Lieber 30%. Diese Zahl muss vorher festgelegt werden.

Anschließend sollten Sie in der Lage sein alles auf den Monat runter zu rechnen und bestimmen zu können, wie viel Geld sie jeweils im Monat für was ausgeben können. Nur weil am Ende des Monats noch Geld auf dem Konto ist, bedeutet das nicht, dass Sie dieses Geld ausgeben können. Es ist nämlich verplant für eventuelle spätere Ausgaben oder Geburtstagsgeschenke. Sie kennen die genaue Summe die Ihnen im Monat für Geld zur Verfügung steht. Sparen, was übrig bleibt, funktioniert nicht! Am besten überweisen Sie stets alles außer ihrem errechneten Geld für Essen und eine kleine Summe für Dinge, die sich gönnen möchten, vom Girokonto auf irgendeine Sparform.

Sollten hierbei noch Fragen aufgekommen sein, so bin ich Ihnen gerne behilflich. Kontaktieren Sie mich gerne und ich lasse Ihnen kostenfrei eine Checkliste zukommen, damit Sie strukturiert vorgehen und nichts vergessen.

Grundsatz 5: Ihr Geld wird Tag für Tag weniger Wert durch die Inflation.

Sie verlieren Kaufkraft, wenn Sie ihr Geld einfach rumliegen lassen. Das müssen Sie sich bewusst machen!

Jeder Cent, der auf ihrem Girokonto rumfliegt oder bei Ihnen zu Hause, lässt Sie Geld verlieren. Die Inflation beträgt Stand August 2018 um die 2%. Das bedeutet grob: Die Lebenskosten(Essen, Trinken,..) hier in Deutschland sind um 2% gestiegen. Sie können sich 2% weniger Leisten als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt. Und so ist es jedes Jahr fast. Um wirklich einen Vermögenszuwachs zu erzielen, sich also mehr leisten zu können, müssen Sie ihr Geld über 2% jährlich anlegen. Und um dieses Ziel aktuell zu schaffen, hilft kein Sparbuch mehr. Umso wichtiger ist es sich mit vernünftigen Investitionen auseinanderzusetzen.

Soviel erstmal zu Teil 1 …

Im nächsten Teil schreibe ich unter anderem über das Pareto-Prinzip für Ausgaben, den Cost-Average-Effekt und vieles mehr!

 

 

 

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